Dr. Khadjavi-Gonthard: "Haben nichts Ungesetzliches getan"
In dem oben benannten RUNDSCHAU-Artikel kritisierten Dietrich Krill und Ebbo Hahlweg im Namen der Hegegemeinschaft Hohenbucko - Rochauer Heide auch das Verhalten einer "privaten, ritterlichen Forstverwaltung mit Jagdvermarktung" der Region, die "bei diesen Witterungsverhältnissen Tiere aufscheucht und Jagd auf sie macht."
Die beiden Jäger meinen den Stechauer Unternehmer Dr.
Bardia Khadjavi-Gonthard, in dessen Revier am 8. und 9. Januar sowie am 29. und 30. Januar Jagden stattgefunden haben.
"Ich bin Besitzer mehrerer Eigenjagden und einer der größten Forstunternehmer im Landkreis", sagte Dr. Khadjavi-Gonthard auf RUNDSCHAU-Nachfrage. "Die Flächen werden von der Forstbetriebsgemeinschaft Südbrandenburg bewirtschaftet. Betreut wird die Gemeinschaft vom Landesbetrieb Forst in Brandenburg." Dr. Khadjavi-Gonthard betonte, dass man Ansitzjagden durchgeführt habe, das Wild also weder getrieben noch gedrückt habe. "Das ist laut Jagdgesetz bis 31. Januar zulässig. Die untere Jagdbehörde hat auch keine Notzeit ausgerufen. Wir tun nichts Ungesetzliches und haben uns mit der Landesforst und der untereren Jagdbehörde abgestimmt", so der Unternehmer. Er erläuterte das Problem des hohen Wildbestandes bei Rot-, Muffel- und Rehwild, der riesige Schäden in jungen Anpflanzungen anrichte. Danach richteten sich auch die Abschussvorgaben, die erfüllt werden müssten. So habe man bei den Ansitzjagden ein Rotwildrudel mit 60 Rehen und ein Muffelrudel mit mehr als 20 Tieren beobachtet. "Das ist ein ernsthaftes Problem. Die Tiere gehen wie ein Rasenmäher über die jungen Pflanzen hinweg. Wir sind ein Forstunternehmen und haben in der Verbesserung und dem Aufbau des natürlichen und artengerechten Waldes ein langfristiges Ziel. Das wird aber von jagdlichen Nachbarn, die nicht Eigentümer der Flächen sind, nicht eingesehen", so Dr. Khadjavi-Gonthard.
Sowohl Stefan Lindner von der unteren Jagdbehörde als auch Norbert Protsch, Leiter der Oberförsterei Hohenbucko und Vorstandschef der Hegegemeinschaft, sehen diese jagdlichen Aktivitäten bei dieser Witterung allerdings nicht als glücklich an, wie sie gegenüber der RUNDSCHAU äußerten. Ebenso wenig begrüßte Protsch die öffentliche Kritik von Mitgliedern der Hegegemeinschaft, die nicht mit dem Vorstand abgestimmt gewesen sei.
Von: B. Rudow
Aus: Lausitzer Rundschau vom 03.02.10


