Jäger wollen Raubwild weiter
konsequent bejagen
Gehren. Dichtes Gedränge herrscht vor den ausgestellten Trophäen des am 31. März ablaufenden Jagdjahres 2008/09.
Die Jäger der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide präsentieren die Strecke auf ihrer jährlichen Hegeschau in Gehren. Reh-, Schwarz-, Rot- und Muffelwild sind die vier Hauptwildarten, deren Hege sich die Jäger widmen.
Ziel der Hegegemeinschaft sei es, einen gesunden und vitalen Wildbestand zu erhalten, der in seiner Anzahl dem vorhandenen Biotop entspreche, ohne Schaden anzurichten, erläuterte der Vorsitzende Frank Mittag. "Nach Jahren überhöhter Wildbestände ist jetzt der errechnete Zielbestand im Wesentlichen erreicht und das Gleichgewicht wieder hergestellt", stellte er fest.
Laut der von ihm präsentierten Statistik hat die Gemeinschaft aktuell 800 bis 1000 Hirsche im Bestand. 365 Tiere wurden im bilanzierten Jagdjahr erlegt. Bei Wildschweinen betrage der Bestand zwischen 300 und 600 Tieren, lasse sich jedoch aufgrund des strengeren Winters aktuell schwer einschätzen, merkte er an. Erlegt worden seien 871 Tiere. Zahlreichster Vertreter in den Wäldern der Hegegemeinschaft sei das Rehwild mit etwa 2500 bis 3000 Tieren. 1034 Rehe seien im Jagdjahr 2008/09 erlegt worden.
Beim Muffelwild beläuft sich der Bestand laut Statistik auf 600 bis 700 Tiere, 260 wurden erlegt. Seit den 1960er-Jahren habe sich diese hier ausgewilderte Wildart als standorttreues Wild entwickelt, ergänzte Frank Mittag. "Doch mit dem Einwandern des Wolfes wird dieses Wild wohl als erstes aus dem Bestand verschwinden", stellte er fest und griff damit das Thema des vergangenen Jahres noch einmal auf, die Rückkehr des Wolfes in die Region und die Forderung der Jäger, den Wolf ins Jagdgesetz aufzunehmen. Mit mehr als 400 Unterschriften hätten die Jäger und weitere Interessierte den offenen Brief an den brandenburgischen Land- und Forstwirtschaftsminister Dietmar Woidtke (SPD) unterstützt. Die Antwort, dass das Ministerium mit dem Landesjagdverband dazu im Gespräch sei, stelle nicht zufrieden. "Denn unsere wesentlichen Fragen sind damit nicht beantwortet", so der Vorsitzende der Hegegemeinschaft.
Einen weiteren Schwerpunkt der Hegearbeit bildet die Bejagung des Raubwildes. Beim Fuchs konnte Mittag auf eine "beachtliche Strecke von insgesamt 597 Füchsen" verweisen. Auch weiterhin sei eine verstärkte Bejagung des Raubwildes erforderlich, denn die Zahl der "Exoten", wie Waschbär (101 Tiere erlegt), Marderhund (47) sowie Marder (34) nehme zu. Dem Niederwild soll in den nächsten Jahren stärkere Beachtung geschenkt werden, beispielsweise durch die Schaffung geeigneter Biotope.
Zudem sei der Fuchs in der Region Krankheitsüberträger. "Der Fuchsbandwurm tritt bei uns flächendeckend auf und kann durch Hund und Katze auf den Menschen übertragen werden", darauf verwies Mittag in diesem Zusammenhang. Deshalb sollten Hundebesitzer bei einem Spaziergang im Wald ihr Tier anleinen. Ebenso sollten alle anderen Tierhalter, deren Haustiere mit Wild in Kontakt kommen können, die Hygieneregeln unbedingt beachten. Auch auf das Abwaschen von Waldfrüchten vor dem Verzehr machte er aufmerksam. Birgit Keilbach
Anmerkung: Die Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide wurde am 26. Juni 1993 gegründet und bewirtschaftet ein Areal von rund 54 600 Hektar mit dem Kernbereich Hohenbucko-Rochauer Heide von 26 000 Hektar. In 63 Revieren jagen rund 250 Jäger. Diese sind in drei Regionalgruppen entsprechend der Landkreise Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming organisiert. Weitere Informationen unter www.hg-hohenbucko-rochauer-heide.de.
Birgit Keilbach

Trophäen mit der höchsten Bewertung sind auf der Bühne ausgestellt. Klaus Thienel aus Schönewalde (rechts) nimmt die Widderschnecken genau in Augenschein. Foto: Birgit Keilbach
Aus: Lausitzer Rundschau vom 24.03.09
Anmerkung von Frank Mittag: Veröffentlichtes Bild passt nicht zum Bildtext. Zu sehen sind der Wg. Vogel und Wg. Keil.


