Der Wolf kostet viel Geld
Frank Mittag aus Gehren äußert sich zum Beitrag «Ortsbürgermeister will bei Beesdau einen Wolf gesehen haben», LR, 8. Januar. Er ist Vorsitzender der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide.
Der Wolf hat durch den Totalschutz bereits vielerorts die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren und ist nicht so scheu, wie dies die «Wolfsexperten» immer behaupten. Bestätigt wird dies auch durch die Beobachtung von Lothar Zimmermann und weiteren Bürgern, die in der besagten Umgebung einem Wolf am Tage begegnet sind. Übergriffe auf Nutztierbestände sind mittlerweile an der Tagesordnung. Sämtliche empfohlene Schutzmaßnahmen lernt der Wolf innerhalb kürzester Zeit weitestgehend auszuschalten. Im Artikel führt Zimmermann an, dass «die Menschen Mittel und Möglichkeiten haben, Schafherden vor Wölfen zu beschützen» . Als ehemaliger Kommunalpolitiker und Grundeigentümer weise ich darauf hin: Die Rückkehr des Wolfes kostet viel Geld, um die Schutzmaßnahmen für die Haustierbestände zu schaffen, beziehungsweise um Entschädigungszahlungen und ein «Wolfsmanagement» zu finanzieren. Dies bedeutet für den Staat, aber auch für die betroffenen Bürger in den Dörfern einen erheblichen, zusätzlichen finanziellen Aufwand. Woher nehmen wir das Geld? In unseren Dörfern reichen die kommunalen Mittel nicht aus, um alle notwendigen Ausgaben zu bestreiten.
Zu der Aussage, die Jäger hätten «Angst, ihre Pfannen nicht mehr voll zu bekommen» , möchte ich nur folgende bescheidene Hinweise geben: Selbstverständlich bin ich als Jäger bereit, meine «Beute» zu teilen. Dies gehört für mich zu einem gesunden Naturverständnis dazu. Nur wir leben hier nicht in einem Umfeld, wo die Natur alles selbst regelt, sondern in einer durch Menschen veränderten Kulturlandschaft, wo es weiterhin Eingriffe durch den Menschen geben muss, um das Gleichgewicht zu bewahren. In vielen Gemeinden ist durch die Grundeigentümer das Jagdrecht an einheimische Jäger verpachtet worden. Dafür erhalten diese einen Pachtzins, welcher – auch in Beesdau – nicht unerheblich ist. Die Jahreshauptversammlungen der Jagdgenossenschaften sind in vielen Dörfern zur kulturellen Tradition geworden, wo nicht selten die Jäger zum gemütlichen Schüsseltreiben einladen. Nicht wenige Unternehmen wie Pensionen oder Gaststätten profitieren von der jetzigen Form der Jagdausübung.
Ob die Anwesenheit des Wolfes zur touristischen Attraktivität mehr beiträgt – und damit verbunden das Verschwinden des jetzt sichtbaren Reh- und Muffelwildes am Tage sowie der stimmungsvollen Rotwildbrunft im Herbst – mag jeder selbst entscheiden.
Aus: Lausitzer Rundschau vom 11.01.08


