Jagdgebrauchshunde beim Schnuppertraining
Hundeführer bereiten Tiere auf Prüfungen und Jagden vor.
Das Stöbern nach Niederwild und Schalenwild gehört zur Prüfung von Jagd- und Gebrauchshunden. Die Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide hat das am Sonntag in Walddrehna demonstriert. 50 Interessierte sind zum Schwarzwildgatter gekommen, um die Übung zu sehen.

Foto: Andreas Staindl
Rainer Tomberg (l.) erklärt den Hundeführern die Schweißprüfung. Etwa 50 Interessierte sind am Sonntag zum Schnuppertraining für Jagdgebrauchshunde nach Walddrehna gekommen.
Der Hund schnuppert kurz am Anschuss, dann nimmt er die Fährte auf. Er läuft quer über das Acker, quasi immer der Nase nach, und folgt der so genannten Schleppe, die Frank Mittag zuvor gelegt hat. Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide hat dafür ein totes Wildkaninchen über das Acker gezogen und es am Ende der Fährte abgelegt. Der Hund soll das Kaninchen aufspüren und zu seinem Führer bringen. Siegfried Rieger hat diese Übung mit seinem Hund demonstriert.
Übungsgatter errichtet
Der Lausitzer Jagdgebrauchshundeverein ist der Träger der Anlage, die Arbeitsgruppe Walddrehna kümmert sich vor Ort. Manfred Kühne erzählt, dass das Gatter im Jahr 1986 errichtet und 1993 um eine Schliefenanlage erweitert wurde. In dieser seien unterirdische Gänge ähnlich einem Fuchsbau angelegt worden. So genannte Erdhunde werden in den Bau gelassen, spüren dort den Fuchs auf, bekommen ihn aber nicht zu fassen. Ein ausgeklügeltes mechanisches System trennt Hund und Fuchs. „Aus Tierschutzgründen gibt es keinen Kontakt zwischen beiden Tieren“, erklärt Frank Mittag.
Mit Respekt gegen Wildschweine
Auch im Schwarzwildgatter wird realitätsnah trainiert. Etwa zwei Hektar groß ist das umzäunte Areal, in dem Schwarzwild lebt. Der Hund soll es aufspüren und seinem Führer lautstark melden. Manfred Kühne erklärt das Ziel der Übung: „Die Hunde sollen lernen, dass Wildschweine wehrhafte Tiere sind, die Hunde also mit dem nötigen Respekt vorgehen müssen.“
Im Gatter treffen Hund und Schweine schon nach kurzer Zeit aufeinander. Der Hund greift allerdings nicht an, sondern zieht sich in gebührendem Abstand zurück, wenn die Wildschweine ihn vertreiben. „Aus den Augen“, sagt Frank Mittag, „lässt er sie aber nicht mehr.“ Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft sagt, dass diese Übung sehr wichtig sei, um Verletzungen bei jungen Hunden zu vermeiden, wenn diese ohne Erfahrung bei der Jagd auf Wildschweine träfen. Die Bachen im Übungsgatter seien allerdings wenig gefährlich.
Auch eine Schweißprüfung müssen Jagd- und Gebrauchshunde absolvieren. Rainer Tomberg hat diese Übung am Sonntag mit seinem Hund demonstriert. „Das wichtigste dabei“, sagt er, „ist die Ruhe bei Hund und Führer.“ Der Hund folgt an einer langen Leine dem Schweiß (Blut) eines verletzten Tieres. Ganz einfach scheint diese Aufgabe nicht. Frank Mittag erklärt, dass 24 Stunden vor einer Prüfung auf 1000 Meter etwa ein Viertel Liter Schweiß ausgebracht würde. Der Hund müsse nicht nur die Fährte finden, sondern auch noch auf Fundstellen von Bluttropfen verweisen, so Mittag.
Der Vierbeiner von Rainer Tomberg beißt sich richtig fest an seiner Fährte, obwohl möglicherweise schon einiges Wild darüber gewechselt ist. Frank Mittag erklärt, dass Jagdterrier und Teckel die Spezialisten unter den hiesigen Schweißhunden seien. Und, dass das Schnuppertraining die Tiere auf die bevorstehenden Gesellschaftsjagden sowie auf Prüfungen vorbereiten solle.
Prüfungen in Walddrehna abgelegt
„Die Hundeführer sind wichtige Helfer bei der Jagd und haben deutlich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient“, sagt der Vorsitzende der Hegegemeinschaft. Manfred Kühne ergänzt, dass bisher über 100 Hunde auf Brauchbarkeit auf der Walddrehnaer Anlage geprüft worden seien. „Wir haben in der Ausbildung von Jagdgebrauchshunden einen großen Schritt nach vorn getan“, so Kühne. Der diesjährige Hundeschnuppertag sei die zweite Auflage gewesen.
Von: Andreas Staindl
Aus: Lausitzer Rundschau vom 10.10.06


