Jäger stellen ihre Trophäen
in Gehren zur Schau

Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide zieht Bilanz.

Trophäen des vergangenen Jagdjahres waren auf der Hegeschau in Gehren zu sehen. Gezeigt wurden Trophäen von Rot-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild der Region. Die Hegewoche samt Schau ist der jährliche Höhepunkt in der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide.


Foto: Andreas Staindl

Zur Trophäenschau hatte die Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide nach Gehren eingeladen. Gezeigt wurden Trophäen des vergangenen Jagdjahres, wie hier von Muffelwild.

Zur Trophäenschau hatte die Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide nach Gehren eingeladen. Gezeigt wurden Trophäen des vergangenen Jagdjahres, wie hier von Muffelwild.
Zur Gemeinschaft gehören 72 Reviere in den Kreisen Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Elbe-Elster. Das Gebiet umfasst knapp 55 000 Hektar Fläche und befindet sich im Süden Brandenburgs. Kernbereich ist die Hohenbucko-Rochauer Heide mit etwa 26 000 Hektar.
«Biotop und Wild bilden bei uns eine Einheit» , sagt Frank Mittag, seit 2001 Vorsitzender der Hegegemeinschaft. «Reines ,Totschießen’ wie von radikalen ,Waldumbauern’ gefordert, ist nicht unsere Aufgabe.» Vielmehr würden äsungsverbessernde Maßnahmen durchgeführt und Ruhezonen für das Wild geschaffen. «So nehmen wir den Druck von den landwirtschaftlichen Flächen und halten den Verbiss im Wald in Grenzen» , erklärt Mittag. Um übermäßigen Wildschaden zu vermeiden, werde eng mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammengearbeitet. Der Chef der Hegegemeinschaft verweist beispielsweise auf die Abstimmung der Fruchtfolge und der Erntearbeiten.
Vor allem das Schwarzwild mache den Landwirten zu schaffen. 1055 Wildschweine seien im vergangenen Jagdjahr geschossen worden, im Jahr zuvor waren es fast doppelt so viele. «Die hohe Abschussquote vor zwei Jahren war aber gewollt» , sagt Frank Mittag. «Inzwischen haben wir beim Schwarzwild einen verträglichen Bestand erreicht» , erklärt er.

Menschen sorgen für Unruhe im Wald

Probleme allerdings bereite das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung. Reiter, Jogger und Radfahrer beispielsweise würden für Unruhe im Wald sorgen. Das Wild sei verängstigt, ziehe sich in großen Rudeln zusammen. «Der Schaden ist vorprogrammiert» , so Mittag. Deshalb versuchen er und seine Mitstreiter, Wildruhezonen zu schaffen.
Die Hegegemeinschaft mit ihrer außergewöhnlich großen Fläche erweise sich als Vorteil. «Wir können auf die örtlich stark differierenden Wildbestände flexibel reagieren» , sagt der Vorsitzende. Rot- und Muffelwild etwa könne ohnehin nur an natürliche zusammenhängende Lebensräume gebunden werden, nicht aber an politische Jagdgrenzen.

Tausende Tiere geschossen

Die Qualität und die Anzahl der Abschüsse bildeten die Grundlage für den neuen Abschussplan. Im vergangenen Jagdjahr wurden laut Mittag 567 Hirsche (Rotwild), 367 Wildschafe (Muffelwild), 1152 Rehe sowie 1055 Wildschweine (Schwarzwild) geschossen. «Wir haben eine verträgliche Wilddichte fast erreicht» , sagt der Leiter der Hegegemeinschaft. Die Gemeinschaft kümmere sich auch um Wildunfalltiere, sorge für Nistkästen im Wald, sichere vorbeugenden Brandschutz und verhindere oder beseitige Umweltverschmutzung.
Die Vogelgrippe fordere die Mitglieder zusätzlich. «Wir sind Ansprechpartner für Bürger, die tote Vögel gefunden haben», fügt Frank Mittag an. «Jeder von uns ist eingewiesen und weiß, wie er sich zu verhalten hat.»

Aus: Lausitzer Rundschau vom 15.03.06