Das Auerhuhn
im Gebiet Hohenbucko-Rochauer-Heide

Einleitung

Das Auerhuhn

Der Auerhahn, einer der seltensten heimischen Waldvögel, führt ein geheimnisvolles Leben. Früher gehörte er zur „Hohen Jagd“ des Adels und wurde einem Rothirsch gleichgestellt. In den ausgedehnten, beerenstrauchreichen Trauben-Kiefernwäldern der Lausitz umfaßte der Bestand in der Mitte des 19. Jahrhunderts über 1000 Vögel, die Zahl der Balzplätze lag bei etwa 50.

Das Auerhuhn ist ein Waldvogel, der vor der massiven Einflußnahme des Menschen auf die Urwälder vermutlich weite Teile Mitteleuropas besiedelte. Als ursprünglicher Taigavogel bevorzugt(e) die Art hier stille, zusammenhängende, naturnahe und vor allem lichte Nadel- und Mischwälder auf trockenen bis feuchten Böden. Grundsätzlich gemieden wurden offenbar nur großflächig geschlossene Bestände der Rotbuche und durch Überflutungen geprägte eutrophe Wälder der Flußauen. Innerhalb der sich später ausbreitenden Kulturlandschaft fand das Auerhuhn in den naturnah gebliebenen Wäldern (z.B. königliche Bannforste, schwer zugängliche Gebirgswälder) weiträumige Rückzugsgebiete.

Bis in die jüngste Vergangenheit war das Untersuchungsgebiet für das Auerhuhn ein überregional bedeutendes Rückzugsgebiet. Noch im 18.Jahrhundert bewohnte die Art hier in beachtlichen Beständen nahezu alle größeren Waldareale (Gerber 1720). Ein schonungsloser Abschuß von Balzhähnen führte jedoch bald in den bereits im 17. und 18. Jahrhundert gut erreichbaren Vorkommen (z.B. Dresdener und Laußnitzer Heide) zu einem gravierenden Rückgang (Heyder 1952, Müller 1973) Nennenswerte Bestände hielten sich westlich der Lausitzer Neiße nur noch in den großen Wäldern um Bad Liebenwerda/Elsterwerda, Doberlug, Hoyerswerda, Spremberg, Bad Muskau, Weißwasser, Niesky und Görlitz. Heute leben hier noch 5-8 Vögel ! .......

Die nachfolgenden Beiträge beziehen sich nur auf das Gebiet der Hegegemeinschaft „Hohenbucko Rochauer Heide“ und sind Auszüge aus dem Buch &#x201EAuerhuhn und Landschaftswandel im Flachland der Lausitz (Urheberrechte und Bestellnummer siehe letzter Abschnitt)

Abgrenzung des Gebiets „Hohenbucko-Rochauer Heide“

Der Forst Hohenbucko befindet sich zwischen Schlieben (Landkreis Elbe-Elster, Dahme (Landkreis Teltow-Fläming, Luckau (Landkreis Dahme-Spreewald) und Sonnewalde (Landkreis Elbe-Elster). (Entspricht dem Wirkungsgebiet der Hegegemeinschaft Hohenbucko Rochauer Heide Anm. Mittag) Er gehört damit vollflächig zum Land Brandenburg. Im Zentrum dieses Areals liegt der kleine Ort Hohenbucko.

Das Waldgebiet selbst ist dreigeteilt. Im Osten befindet sich die Rochauer Heide, im Süden der Forst Sonnewalde und im Westen der Striesa-Lebusaer Forst. Letztgenannter ist durch mehrere Dörfer (Schöna-Kolpien, Körba, Lebusa, Freileben, Werchau, Krassig und Berga) relativ zergliedert. Deutlich kompakter ist die Rochauer Heide. Im Norden liegen in ihr nur die Waldsiedlung Altsorgefeld, im Süden die kleinen Orte Neusorgefeld und Schwarzenburg. Zwischen ihnen erstreckt sich ein über 3.500 ha großer, in sich geschlossener Wald, welcher allerdings von der Bundesstraße B 87 in einen Nord- und einen Südteil gegliedert wird. An diesen schließt sich südlich Schwarzenburg der ehemals mit einer Vielzahl von Teichen durchsetzte Forst Sonnewalde an.

Gebietsbeschreibung

Historisch

Der Forst Hohenbucko befindet sich auf dem von Nordwest nach Südost streichenden Niederlausitzer Landrücken und erreicht lokal Höhen über 150 m üNN. Der größte Teil des flachwelligen Areals liegt aber zwischen 100 m und 130 m üNN. Auf den überwiegend grundwasserfernen Standorten stockte ursprünglich ein beerstrauchreicher Kiefern-Traubeneichen-Mischwald.

Die zentralen Teile des Forstes Hohenbucko sind Reliktwald, d.h. Areale, welche als kursächsischer Besitz weder von mittelalterlichen noch von späteren Rodungen betroffen waren (vgl. Kap. 6.1). In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Randbereiche des heute weiträumig geschlossenen Waldes stärker landwirtschaftlich genutzt. Besonders der Striesa- Lebusaer Gutsforst im Norden zusammen mit der Striesaer, Lebusaer und Naundorfer Heide im Süden (ehemals 3.950 ha, heute 6.765 ha) waren stark aufgerissen. Als isolierte Waldungen findet man im Norden noch das Niendorfer Holz (ehemals 500 ha, heute 710 ha) sowie die Dahmer und Körbaer Heide (ehemals 600 ha, heute 885 ha). Im Gegensatz dazu stellte die Rochauer Heide von Kemlitz im Norden bis Schwarzenburg im Süden auch damals ein geschlossenes Waldareal dar (ehemals 7.200 ha). Südlich davon gab es – eingebettet in den ehemals 1.900 ha großen Sonnewalder Forst bis zur Linie Hillmersdorf

Aktuell

Infolge der Aufforstung von Grenzertragsbögen (Sandäcker, Hutungen) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergrößerte sich die Waldfläche des Forstes Hohenbucko um 6.870 ha und umfaßt heute insgesamt 23.770 ha. Diese untergliedern sich in den nahtlos verbundenen Komplex Rochauer Heide/Sonnewalder Forst (inklusive Pilzheide und Bornsdorfer Heide bei Walddrehna sowie der Proßmarker und Kleinkrausniker Heide südlich Schwarzenburg 15.410 ha), dem Striesa-Lebusaer Forst (inklusive Bergaer und Naundorfer Heide 6.765 ha, die Dahme-Körbaer Heide (885 ha) und das Niendorfer Holz (710 ha)

Eine genauere Bewertung von 2.760 ha Holzbodenfläche im Zentrum der Rochauer Heide ergab (bezogen auf das Jahr 1995) folgende Altholzanteile:

Die Heidelbeere ist in allen Althölzern der Reliktwaldareale weitflächig verbreitet .Außerdem gibt es lokal gute Bestände der Preiselbeere. Das Zentrum des eigentlichen Reliktwaldareals steht seit 1981 unter Naturschutz (NSG "Rochauer Heide"; 549 ha; vgl. GROSSER 1984). Hier findet man heute noch urwüchsige Althölzer des standortgemäßen Traubeneichen-Kiefern- Mischwald. Seit Herbst 1997 gehört dieses Auerhuhnvorkommen zum Naturpark "Niederlausitzer Landrücken".

Bestandsentwicklung des Auerwildes

Seit 1698 ist die Besiedlung des Forstes Hohenbucko durch das Auerhuhn bekannt (Illig1975). Überliefert sind drei Balzplätze:

1. „Auerbalz" in der Rochauer Heide

Es handelte sich dabei um einen etwa 50 ha großen Balzplatz, an welchem sich im April 1755 bis zu zehn Auerhähne gleichzeitig einfanden (ILLIG 1975). Er befand sich unmittelbar südlich der heutigen Bundesstraße B 87 unweit eines zwischenzeitlich abgebrannten Forsthauses.

2. „Auerhahnbalz im Sonnewalder Forst“

In den Chroniken wird dieser Balzplatz östlich vom Lehmannsteich (2,5 bis 3 km nördlich des Forsthauses „Wallhaus` auch als „Sonnewaldische Palz" bezeichnet. Nach ILLIG (1975) wurden hier im Jahre 1755 fünf Hähne auf dem Balzplatz und drei weitere außerhalb dessen auf einem anderen Platz („Drenische Paltz"?) bestätigt.

3. „Auerhahnbalz“ unweit der ehemaligen Papiermühle Weißack

Dieses Vorkommen (3 bis 4 km südöstlich von Walddrehna) vermittelt bereits zum Vorkommen in der Babben-Rehainer Heide. In den Chroniken wird dieser Balzplatz westlich der heutigen Försterei Weißack auch als der „Drenische Paltz“? bezeichnet.(Illig 1975)

Historische Belege dafür, daß das Auerhuhn den Westteil des Forstes Hohenbucko in größerer Stückzahl besiedelte, fehlen. Dieser Vogel kam hier gelegentlich vor, aber es existierte kein regelmäßig besetzter Balzplatz. Nur 1755 reiste einmal ein sächsischer Kurfürst an, um in der Rochauer Heide auf Auerhühner zu jagen (Illig1975). In den Folgejahren fehlen zunächst Überlieferungen zum Auerhuhnvorkommen in der Rochauer Heide. Abschüsse sind erst wieder für die Jahre 1801 (1 Hahn), 1808 (2 Hähne) und 1816 (1 Henne) belegt (ILLIG & ILLIG 1975). Zwischen 1820 und 1830 wurden im Durchschnitt jährlich drei Hähne geschossen. Es ist anzunehmen, daß neben der Rochauer Heide und dem Forst Sonnewalde, auch der Striesa-Lebusaer Gutsforst von Auerhühnern frequentiert wurde. Haupteinstandsgebiet dürften jedoch immer die geschlossenen Staatsforste gewesen sein. Nach K. JÜNGLING konzentrierten sich in der Rochauer Heide die Auerhühner ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem zwischen Wachtelberg und „Pferdekopf".

In den Jahren ab 1850 entwickelte sich der Auerhuhnbestand positiv (FEILER 1969, ILLIG & ILLIG 1975). Im „Merkbuch der Oberförsterei Hohenbucko" (AUTORENKOLLEKTIV 1851-1926) werden für die Jahre 1851 bis 1926 starke Uerbißschäden durch Auerhühner in Saatkämpen beklagt. Wenige Jahre später für das Jahr 1881- gibt HAGEN (1883) einen Bestand von 15 Auerhühnern an, wovon in den Folgejahren jährlich zwei Hähne erlegt wurden (HAGEN 1894). FEILER (1969) nennt für 1887 einen Bestand von 25 Auerhühnern, während im oben genannten „Merkbuch" für 1904 sogar 30 (davon 15 Hähne) ausgewiesen werden. Im Jahre 1906 sollen es noch etwa 20 gewesen sein (FEILER 1969), wobei bis 1926 jährlich ein bis zwei Hähne erlegt wurden, wohl ohne den Bestand nachhaltig zu schwächen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielten sich in der Umgebung des „Kahlen Berges" (3,5 km südwestlich Altsorgefeld) ständig bis zu 15 Auerhühner auf, während zwischen 1940 und 1942 alljährlich eine Henne mit Gesperre am „Schönen Baum" (2,5 km südlich Schwarzenburg) auftrat. Hähne wurden zu dieser Zeit noch regelmäßig geschossen (z. B. 1936, 1938 und 1939 je einer, aber 1942 gleich drei; A. NEUMANN). Nur die Bejagung der Hennen hatte man bereits Jahre zuvor eingestellt (STARKE 1973). Nach A. NEUMANN befand sich der letzte Balzplatz vor dem zweiten Weltkrieg im Süden des jetzigen NSG „Rochauer Heide“ in ausgedehnten Traubeneichen-Kiefern-Althölzern. Er hatte sich also im Verlaufe von fast 200 Jahren nur unwesentlich verlagert.

Nachweise seit 1945

Nach zunächst spärlichen Belegen bis 1968 achtete man in den Folgejahren verstärkt auf diesen Vogel. Parallel dazu nahm die Zahl der Nachweise, dokumentiert in der avifaunistischen Kartei des Biologischen Arbeitskreises Luckau, bis 1974 stark zu, brach dann aber urplötzlich ab. Der maximale Bestand bestätigter Hähne lag bei zwei (1966 und 1969), die Zahl der Hennen bei maximal vier (1969 und 1970). Je ein Gesperre wurde 1959 und 1970 beobachtet (STARKE 1973). Zu Anfang der 1970er Jahre dürfte der Bestand demnach wohl kaum mehr als fünf Tiere umfaßt haben (ILLIG & ILLIG 1975). Schwerpunkt der Verbreitung war das Zentrum der Rochauer Heide.

Zwischen 1960 und 1976 konzentrierten sich die Auerhühner vor allem auf den hügeligen Nordteil des Waldgebietes der Rochauer Heide . Allerdings bestätigten zwei Beobachtungen, daß durchaus größere Wanderungen zum normalen Aktionsschema der Art gehörten:

Der aufgeführte Nachweis im Niendorfer Holz ist zugleich der letzte Beleg für ein Vorkommen des Auerhuhns im Striesa-Lebusaer Forst. Hier hatte zuvor A. NEUMANN eine Henne am 31.1.1965 an einer Wildfütterung und ein Jahr später am 1.3.1966 zwei Hennen bei Weidmannsruh zwischen Hohenbucko und Freileben beobachtet. Der letzte Schlafbaum bei Weidmannsruh wurde von ihm im Februar 1968 gefunden. Damit erlosch das autochthone Vorkommen wohl zu Beginn der 1970er Jahre. Dies war Anlaß, im Jahre 1974 im Bereich der Oberförsterei Hohenbucko mit der Aufzucht von Auerhühnern in Kleinvolieren zu beginnen.

Das Vorkommen im Sonnewalder Forst war mindestens bis 1971 existent. In diesem Jahr sah man Ende Juni einen Hahn und Anfang September eine Henne am Lehmannsteich (H. und J. ILLIG).

Für die Jahre 1970 bis 1975 schätzte A. NEUMANN den Bestand im Norden der Rochauer Heide, welcher sich auf wenige Abteilungen südwestlich Altsorgefeld (nördlich der Bundesstraße B 87) konzentrierte, auf drei Hähne und vier Hennen. So wurde hier im März/April 1974 noch mehrfach ein autochthoner Hahn und am 26.9.1974 bei Schwarzenburg ein Hahn mit Henne bestätigt (P. SCHONERT, W ROSENKRANZ). Eine einzelne Henne hielt sich am 3.12.1974 in einem Traubeneichen-Altholz im Süden des heutigen NSG „Rochauer Heide" auf . Für längere Zeit stellten dann die Beobachtungen von einem Hahn und zwei Hennen sowie einzelne Losungsfunde in den Jahren 1976 und 1977 die letzten Nachweise dar.

Völlig überraschend kam es dann nach einer über 10jährigen Nachweislücke in den Jahren 1990 bis 1993 zu fünf weiteren Beobachtungen:

Diese Nachweise lassen sich kaum als Zuflug aus den zahlenmäßig gleichfalls geschwächten benachbarten Vorkommen erklären. Vielmehr ist anzunehmen, daß sich im Nordteil des NSG „Rochauer Heide" in den hier erhalten gebliebenen Altholz-Komplexen der Traubeneiche und Kiefer ein minimaler Bestand des Auerhuhns über Jahre unbemerkt behaupten konnte. Dafür spricht u.a. der Umstand, daß W ROSENKRANZ, ein Kenner und fleißiger Melder von Auerhuhnbeobachtungen, am 1.8.1976 infolge eines tragischen Verkehrsunfalls verstarb und genau ab diesem Zeitpunkt die Reihe der Nachweise abriß. Wir können heute davon ausgehen, daß sich ein extrem kleiner Bestand (meist wohl nur ein Hahn und zwei Hennen) bis zum Jahre 1990 in einem für Auerhühner optimalen Inselvorkommen erhalten hatte. Diesen Tieren standen gerade einmal 31,4 ha Kiefern-Altholz mit flächendeckendem Heidelbeervorkommen in der Feldschicht zur Verfügung. Dies reichte offenbar in Verbindung mit einem benachbarten Traubeneichen-Altholz (35,6 ha) aus, um eine Reproduktion zu gewährleisten, welche die wohl nur geringe Mortalität ausglich. Im Herbst 1990 schlug man dann allerdings den größten Teil (17,5 ha) des damals 105jährigen Kiefernaltholzes kahl. Somit wurde der verbliebene Einstand für die Tiere zu klein, und sie begaben sich auf die Suche nach einem neuen. Dabei kam es dann zu der oben ausgewiesenen Folge von Nachweisen. Leider wurde hier im Winter 1996/97 ein weiteres Kiefern-Altholz (8 ha) eingeschlagen. Der letzte Nachweis einer Auerhenne dieses Restbestandes gelang am 14. Oktober 1998 nordwestlich Schwarzenburg (J. ILLIG).

Gebietsspezifische Negativfaktoren

Die Entwicklung in der Rochauer Heide ist ein typisches Beispiel dafür, wie die moderne Forstwirtschaft (große Kahlschläge und Baumartenwechsel) zum allmählichen Auslöscheneines Auerhuhnvorkommens beitragen konnte. Daneben gab es aber auch noch folgende einschneidende Veränderungen:

Schlussfolgerungen - Forst Hohenbucko /Rochauer Heide

In diesem großflächigen Waldkomplex gibt es drei unterschiedliche Teilräume, welche auch hinsichtlich ihrer perspektivischen Eignung als Auerhuhnhabitat verschieden zu bewerten sind. In absehbarer Zeit könnte man durch gezielte waldbauliche Maßnahmen die im Nordosten dieses Komplexes gelegene Rochauer Heide in einen geeigneten Auerhuhnlebensraum umgestalten. Hier gibt es noch großflächige Vorkommen der Heidelbeere (fast 2.000 ha) und auch noch Restbestände alter, lichter Traubeneichenwälder. Sie liegen vor allem in den Revieren Langengrassau, Schwarzenburg sowie Altund Neusorgefeld. Obgleich hier knapp 600 ha Wald als optimal, gut und bedingt für das Auerhuhn geeignet kartiert wurden, sind die Voraussetzungen für ein baldiges Wirksamwerden zielgerichtet eingeleiteter Schutzmaßnahmen im Vergleich zur Liebenwerdaer Heide etwas ungünstiger. Dies hängt vor allem mit der räumlichen Zerrissenheit der verbliebenen potentiellen Auerhuhnlebensräume zusammen. Ein weiteres Problem ist hier die Bundesstraße B87, für die es Ausbaupläne als vierspurige, autobahnähnliche Verkehrstrasse gibt.

Noch relativ großräumige, für das Auerhuhn geeignete Wälder weist auch der südlich an die Rochauer Heide angrenzende Sonnewalder Forst auf. Hier wurden vor allem in den Revieren Wallhaus und Stockhaus noch 225 ha optimal, gut und bedingt geeignete Habitate ermittelt. Auch die Heidelbeere als wichtige Nahrungspflanze für das Auerhuhn ist noch weit verbreitet (1.330 ha). Allerdings fehlen Altbestände der Traubeneiche nahezu vollständig. Als Ergänzung zur Rochauer Heide sollte aber auch dieser Raum mittelfristig für eine gezielte Hege des Auerhuhns genutzt werden.

Deutlich ungünstiger sind dagegen die Voraussetzungen im Westen des Forstes Hohenbucko. Der Striesa-Lebusaer Forst weist kaum noch geeignete Habitate für das Auerhuhn auf, und auch die Heidelbeere ist nach fehlgeschlagenen Düngeversuchen nicht mehr vollflächig verbreitet. Somit sollten sich die Bemühungen für die Wiederschaffung geeigneter Auerhuhnlebensräume in den nächsten Jahrzehnten mehr auf den Ostteil des Forstes Hohenbucko konzentrieren.

Anmerkung der Online Redaktion

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch „Auerhuhn und Landschaftswandel im Flachland der Lausitz“, herausgegeben vom Verein Sächsischer Ornithologen (ISBN 3-9806583-0-9) und ist mit Genehmigung des Autoren Dr. Reinhard Möckel auf dieser Homepage eingestellt. Nähere Auskünfte bzw. Meldungen über Beobachtungen des Auerwildes im Gebiet der HG „Hohenbucko Rochauer Heide“ können unter der angegebenen E-Mail Adresse hinterfragt werden.